Arbeitslosigkeit

Was ist Arbeitslosigkeit?

Arbeitslos ist, wer aktiv eine bezahlte Beschäftigung sucht, aber keinen Arbeitsplatz findet. Die Arbeitslosenzahl bezieht sich dabei nur auf Erwerbspersonen, also diejenigen in der Bevölkerung, die weder zu alt, zu jung noch zu krank für eine Erwerbsarbeit sind.

In der Theorie entscheidet man zwischen verschiedenen Arten von Arbeitslosigkeit:
  • Strukturelle Arbeitslosigkeit: Die angebotenen Arbeitsstellen passen nicht zur Qualifikation der Bevölkerung. Auch die technologische Arbeitslosigkeit (also der Austausch von menschlicher Arbeit mit Maschinen o.Ä.) fällt in diese Kategorie.
  • Konjunkturelle Arbeitslosigkeit: Diese Art von Arbeitslosigkeit hängt vom ständigen Auf- und Abschwung der Wirtschaft ab.
  • Saisonale Arbeitslosigkeit: In diesem Fall wird die Arbeitslosigkeit durch die unterschiedliche Nachfrage nach Arbeitskräften in verschiedenen Jahreszeiten ausgelöst, etwa im Tourismus (z.B. nur Winter) oder in der Landwirtschaft (z.B. nur bei der Ernte).
  • Friktionale Arbeitslosigkeit: Wenn ArbeitnehmerInnen von einem Job zum nächsten wechseln, sind sie manchmal kurzfristig arbeitlos.
Wer in der Arbeitslosigkeit eine Weiterbildung macht, um seine Jobchancen zu erhöhen, ist zwar beim AMS? vorgemerkt, wird aber nicht als arbeitslos in der Statistik ausgewiesen. Jemand, der bewusst nicht nach einer Arbeit sucht, weil er/sie glaubt, ohnehin keine Chance zu haben, gilt auch nicht als arbeitslos. Gerade im internationalen Vergleich von Arbeitslosenquoten (das Verhältnis von Arbeitslosen zur Erwerbsbevölkerung) stellen unterschiedliche Definitionen und Berechnungen der Arbeitslosigkeit ein Problem dar.

Das Arbeitsmarktservice (AMS)

In Österreich ist das AMS mit der Verwaltung und Unterstützung der Arbeitslosen beauftragt. Es handelt sich dabei um ein öffentliches Unternehmen (das AMS ist also nicht mehr in einem Ministerium? angesiedelt, sondern eigenständig), das Arbeitsuchenden entsprechende Arbeitsplätze vermitteln soll und ihnen finanzielle Hilfe sowie Ausbildungen zur Verfügung stellt.

Die Aufgaben des AMS umfassen im Detail:

  • Arbeitsuchendenvermittlung: Das AMS versucht, die Arbeitslosensituation dahingehend zu verbessern, dass freie Arbeitsstellen von Unternehmen beim AMS angezeigt und dort gemeldete Arbeitslose an diese Unternehmen weitervermittelt werden.
  • Weiterbildung: Das AMS organisiert Schulungen und andere Weiterbildungsmöglichkeiten für Arbeitslose. Diese Unterstützungen sollen die Chancen verbessern, die eine Arbeit suchende Person auf dem Arbeitsmarkt hat, etwa indem sie sich heute in allen Tätigkeiten notwendige EDV-Kenntnisse aneignet,
  • Verwaltung der Leistungen nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz (AlVG): Das AMS ist mit der Auszahlung der Versicherungsleistungen beauftragt, die die Arbeitslosenversicherung für Arbeit suchende Menschen vorsieht. Darunter fallen beispielsweise das Arbeitslosengeld?, die Notstandshilfe? (falls das Arbeitslosengeld nicht mehr bezogen werden kann) und einige andere finanzielle Leistungen.
Das AMS ist regional organisiert, es existiert also auf Bundesebene, in jedem Bundesland auf Landesebene und auf Regionalebene in Regionalstellen, die für die praktische Abwicklung der Aufgaben des AMS zuständig sind. Wichtig ist, dass die Sozialpartner, also die Gewerkschaften und Arbeiterkammern für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, im AMS auf allen Ebenen mitwirken können.

Was ist die Arbeitslosenversicherung?

Die sogenannte AlV gehört zu den staatlichen Sozialversicherungen? und dient der sozialen Absicherung von Arbeitslosen. Unselbstständige ArbeiternehmerInnen, Lehrlinge und freie DienstnehmerInnen (u.a., außer geringfügig Beschäftigte) sind pflichtversichert, müssen also von ihrem Gehalt einen Teil für die Arbeitslosenversicherung abführen. Auch der Arbeitgeber leistet seinen Anteil dazu.

Das Arbeitslosengeld und die anderen Leistungen der Arbeitslosenversicherung werden vom Arbeitsmarktservice ausbezahlt, das auch die Einhaltung der damit verbundenen Auflagen (z.B. keine zusätzliche Einnahmen über der Geringfügigkeitsgrenze, regelmäßige Kontrollbesuche ...) überwacht. Nähere Informationen zum Arbeitslosengeld stellt insbesondere die Arbeiterkammer zur Verfügung.


Links:



Die angeführten Informationen geben Hinweise auf die österreichische Rechtslage. Wenn du ein konkretes arbeitsrechtliches oder sozialrechtliches Problem hast und die Arbeiterkammern oder Gewerkschaft als deine Rechtsvertretung oder Rechtsberatung benötigst, ist eine genaue Abklärung deiner Rechtsposition nötig. Unternimm’ jedenfalls keine Schritte, ohne die AK oder die Gewerkschaft kontaktiert zu haben.

Zu dieser Seite haben beigesteuert: CM , Katha , Gustav Graf (Admin) , Team PoliPedia und Georg Heller .
Seite zuletzt geändert: am Freitag, 06. Dezember 2013 16:07:03 von CM.


Meinem Erachten nach hat Arbeitslosigkeit viel mit Armut gemeinsam.
Man sollte nicht gleich zu jedem Arbeitslosen einen schrägen Blick werfen. Es kann die verschiedensten Gründe geben arbeitslos zu sein.
Und wer weiß ob es ein fauler Mensch ist oder ein Mensch der nur sehr viel Pech im Leben hatte. Man sollte alle Menschen helfen und keinen ausgrenzen. Ich denke niemand möchte in Armut leben und jeder möchte etwas Wohlstand genießen. Deswegen halte ich das AMS und die Arbeitslosenversicherung für eine sehr gute Idee. Diese "Hilfspakete" helfen diesen Menschen nicht in Armut zu versinken und gegeben falls einen neuen Start ins Leben anzutreten.
Ich glaube nicht, dass es viele Menschen gibt die auf Dauer mit dem Arbeitslosengeld leben möchten. Somit gibt ALLEN Arbeitslosen Menschen eine Chance und behaltet eure Vorurteile erstmals für euch.



Wohl bezeichnend für das Demokratieverständnis dieser Homepage ist, dass hier nur die Sicht der Regierung bzw. des AMS wiedergegeben wird und die Existenz von Arbeitsloseninitiativen verschwiegen wird.

Eine Übersicht über Arbeitsloseninitiativen in Österreich findet sich unter:

http://www.arbeitslosennetz.org/arbeitslosigkeit/links/

Zum Thema Menschenrechtsverletzungen durch das AMS und die Mogelpackung Mindestsicherung siehe auch unseren Bericht an die UNO im Rahmen der ersten Universellen Menschenrechtsprüfung Österreichs:

http://www.aktive-arbeitslose.at/menschenrechte/UPR/



Wenn Menschen ihre Arbeit verlieren und sich eine neue Suchen wollen, verdienen sie eine Chance zu bekommen und Arbeitslosen Geld. Aber wenn jemand nicht arbeitet, weil er zu faul ist, sollten sie nicht so viel Geld wie Arbeitslose, die arbeiten wollen, bekommen!