Rassismus

Allgemeines – Definition

Rassistische Diskriminierung bedeutet, dass ein Mensch oder eine Gruppe aufgrund der Hautfarbe, der Sprache, des Aussehens, der Religionszugehörigkeit oder der Herkunft in irgendeiner Form benachteiligt werden. Neben biologischen und kulturellen Differenzen werden auch psychologische Unterschiede aufgeführt.

Spot: Rassismus macht einsam.



Dieser weite Rassismusbegriff schließt also neben Diskriminierungen aufgrund von äußerlichen Merkmalen, wie z.B. in der Rassentheorie angenommen wurde, auch weitere Kriterien mit ein. Anzumerken ist, dass die häufig in rassistischen Ideologien getroffene Annahme, Äußerlichkeiten stünden in irgendeiner Weise mit charakterlichen oder intellektuellen Merkmalen in Zusammenhang, jeglicher wissenschaftlichen Grundlage entbehrt.
Der Rassismus ist eine absolute Ideologie. Meinungen wie "alle farbigen Leute sind ungebildeter als die weiße Bevölkerung" bewirken eine Hierarchisierung (System von Elementen, die einander über- bzw. untergeordnet sind – Beispiel: "Weiße Leute stehen über den farbigen Menschen.") der Gesellschaft.

Kofi Annan (erhielt 2001 den Friedensnobelpreis) nennt den Rassismus eine Krankheit, unter der die Menschheit schon immer und überall gelitten habe.


Internationaler Tag gegen Rassismus

Der 21. März wurde 1966 von der UNO als "Internationaler Tag der Eliminierung von Rassendiskriminierung" ausgerufen und soll an alle rassistischen Diskriminierungen dieser Erde erinnern. Auslöser für die Einführung dieses Gedenktages war die Ermordung einer Gruppe von StudentInnen, die in den 1960er-Jahren friedlich gegen die Apartheid-Gesetze demonstrierten. Apartheid ist ein spezieller Ausdruck für Rassentrennung in Südafrika und wird oft als Synonym für die systematische Trennung zwischen Weißen und Schwarzen verwendet.

Anti-Rassismus

Es gibt einen breiten gesellschaftlichen Konsens gegen Rassismus, den vor allem viele NGOs vehement einfordern. Die Gleichheit aller Menschen ist außerdem in Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO und in Artikel 7 der österreichischen Bundesverfassung verankert.



Rassismus in der Geschichte

Schon in früherer Zeit führten rassistische Vorurteile zu Gewalttaten und zu Massenverfolgungen.

Beispiele dafür sind:
· Völkermord an den ArmenierInnen
· Nationalsozialismus
· Apartheid


Völkermord an den ArmenierInnen

Der Völkermord an den ArmenierInnen wurde Anfang des 20. Jahrhunderts begangen, als im Zusammenhang mit armenischen Unabhängigkeitsbestrebungen und dem Ersten Weltkrieg (1914–1918) im Osmanischen Reich, aus dem die heutige Republik Türkei entstand, eine große Zahl von ArmenierInnen getötet wurde. Im engeren Sinn versteht man unter diesem Begriff die Morde in den Jahren von 1915 bis 1917.

Bei den größten Massakern und auf den Todesmärschen kamen je nach Schätzung etwa 300.000 bis zu über 1,5 Millionen ArmenierInnen um. Die Angaben zu den Opferzahlen der Übergriffe in den beiden vorausgehenden Jahrzehnten schwanken zwischen Zehntausenden und Hunderttausenden ArmenierInnen. Es gibt keine verlässlichen Angaben über die Vorkriegsanzahl der ArmenierInnen im Osmanischen Reich.

Während viele ArmenierInnen die Vertreibungen und Massaker als ungesühntes Unrecht empfinden und seit Jahrzehnten eine angemessene Erinnerung fordern, gelten die Deportationen nach der offiziellen türkischen Sichtweise als "kriegsbedingte Sicherheitsmaßnahme". Obwohl Großwesir Damat Ferid Pa?a die Verbrechen am 11. Juni 1919 öffentlich eingestanden hatte, wehren sich die jeweils amtierenden türkischen Regierungen bis heute gegen eine Bewertung der damaligen Vorgänge als Völkermord und versuchen mit wechselndem Erfolg, durch politischen Druck und Ausschlüsse bei internationalen Auftragsvergaben anders lautende Entschließungen und Veröffentlichungen zu beeinflussen.


Nationalsozialismus

Rassismus war ein Teil der nationalsozialistischen Ideologie. Man unterteilte die Menschen in höherwertige und minderwertige Rassen

· Kulturstiftende Rassen (die nordisch-arische Rasse)
· Kulturtragende Rassen (z.B. asiatische und afrikanische Rassen)
· Kulturzersetzende Rassen (semitische Rassen, z.B. Juden/Jüdinnen, Sinti, Roma)

Es wurde verlangt, dass die Mitglieder jeder Rasse ihre Rasse "rein halten". Daher durfte kein sexueller Kontakt zwischen verschiedenen Rassen bestehen.
Die Nationalsozialisten verbreiteten, dass "die Juden" die Herrenrasse (Gruppe1) zersetzen wollten und deswegen vernichtet werden müssten. Sie wurden zwangssterilisiert, deportiert und ermordet.
Schon in den 90er-Jahren des 20. Jahrhunderts kam es in Deutschland wieder zu rassistisch motivierten Pogromen und Anschlägen (z.B. Brandanschlag von Mölln, Mordanschlag von Solingen, Ausländerjagd in Guben, …). Die meisten wurden von Jugendlichen durchgeführt, die der Neonaziszene angehörten.

Von 1990 bis 2003 gab es in Deutschland 100 Todesopfer bei Gewalttaten, die wegen rassistischer Vorurteile begangen worden sind.

Apartheid

Politik der Trennung von weißer, farbiger und schwarzer Bevölkerung in Südafrika, die von 1948 bis 1990 dauerte. Durch die Apartheidpolitik sollte die Trennung der hellhäutigen europäischstämmigen südafrikanischen Minderheit von der dunkelhäutigen Mehrheit der Bevölkerung erreicht werden, um damit die Vorherrschaft der Minderheit auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet zu sichern. Die Apartheidpolitik bestimmte bis Anfang der 90er-Jahre das politische Geschehen in Südafrika.
Die Apartheidgesetzgebung teilte die Bevölkerung in drei große Gruppen ein, die als Rassen bezeichnet wurden: Weiße, Farbige und Schwarze. Die Gesetze legten für die Angehörigen der einzelnen Gruppen fest, in welchen Gebieten sie leben und welchen Beruf sie ausüben durften. Sie legten auch die Bildungsmöglichkeiten jedes Südafrikaners, jeder Südafrikanerin fest. Darüber hinaus verboten die Gesetze von 1950 die Kontakte zwischen den verschiedenen Gruppen. Denjenigen, die nicht zur weißen Bevölkerungsgruppe gehörten, wurde jegliche politische Vertretung in der Regierung des Landes verwehrt. Diese Gesetze, auch bekannt als kleine Apartheid, beeinflussten das soziale Leben der Menschen entscheidend. Diejenigen, die sich öffentlich gegen die Apartheid wandten, galten offiziell als Kommunisten, und die Regierung erließ strenge Sicherheitsgesetze, die Südafrika in einen Polizeistaat verwandelten.
Bevor die Apartheid zur offiziellen Landespolitik wurde, war unter weißer Vorherrschaft in Südafrika bereits seit Langem die Unterscheidung nach Hautfarben gängige politische Praxis. Seit 1910 war die Mitgliedschaft im Parlament ausschließlich Weißen vorbehalten und 1913 schränkte die Gesetzgebung die Gebiete der SchwarzafrikanerInnen auf 13 Prozent der Gesamtfläche Südafrikas ein.
Zwischen 1954 und der Mitte der 70er-Jahre verdichtete die Regierung ihre rassistische Politik der kleinen Apartheid zur großen Apartheid. In verarmten Gebieten wurden sogenannte Homelands geschaffen, in die die Schwarzen dann zwangsumgesiedelt wurden. Diese Gebiete erhielten offiziell den Status eigenständiger Kleinstaaten. Mehr als 80 Prozent des Grundbesitzes verblieben in den Händen der weißen Bevölkerung.
Als es zwischen Mitte der 70er- bis Mitte der 80er-Jahre in den Städten zu immer neuen blutigen Unruhen kam und sich der Druck auf Südafrika verstärkte, zeigte die Apartheidpolitik der Regierung allmählich Auflösungstendenzen. Im Jahr 1990 verkündete der neue Präsident Südafrikas das formale Ende der Apartheid.

Quellen

Zivilcourage und Anti-Rassismusarbeit ZARA (12.12.2013)
Themenschwerpunkt des Außenministeriums: Kampf gegen Rassismus (12.12.2013)
UNESCO (12.12.2013)
österr. Portal gegen Rassismus (12.12.2013)

Zu dieser Seite haben beigesteuert: CM , Gustav Graf (Admin) , Team PoliPedia , Christof Brandtner und Christoph Leschanz .
Seite zuletzt geändert: am Donnerstag, 12. Dezember 2013 09:35:47 von CM.

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(Dieser Eintrag ist von einem Jugendlichen beim polipedia-workshop auf uni:hautnah 2010 geschrieben worden.)
Ich finde es schrecklich, dass man Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder Körpers beurteilt. Es wird viel zu viel auf Äußeres geachtet.
Man sollte versuchen Menschen an den inneren Werten zu bewerten und nicht nach einer krummen Nase oder einem steifen Fuß. (12 Jahre)