Ferdinand Hanusch und die Sozialgesetze am Beginn der Republik

Zur bedeutendsten Persönlichkeit der Sozialpolitik in der Ersten Republik wurde Ferdinand Hanusch (1866 – 1923), der von 1918 bis 1920 das Staatsamt für soziale Verwaltung leitete. In dieser Zeit war die sozialdemokratische Partei, der Hanusch angehörte, in der Regierung.

Büste von Ferdinand Hanusch


Unter Staatssekretär Hanusch entstanden so wesentliche soziale Regelungen wie die Einführung der Arbeitslosenunterstützung, die Regelung der Sonn- und Feiertagsruhe, das Gesetz über die Kinderarbeit, das Verbot der Nachtarbeit für Frauen und Jugendliche sowie schließlich das Betriebsrätegesetz, das Arbeiterurlaubsgesetz, das Achtstundentagsgesetz, das Kollektivvertragsgesetz sowie das Arbeiterkammern- und das Arbeitslosenversicherungsgesetz.

Hanusch hat mit diesen Gesetzen wesentliche Fundamente der modernen Sozialpolitik und der Sozialpartnerschaft in Österreich gelegt. Sie waren für das Selbstverständnis der Arbeiterbewegung von entscheidender Bedeutung und haben überdies ganz wesentlich zur Erhaltung des sozialen Friedens und zum gelungenen Aufbau der demokratischen Republik nach dem Ersten Weltkrieg beigetragen.

Quellen:

Walter Göhring, Brigitte Pellar, Ferdinand Hanusch. Aufbruch zum Sozialstaat, Wien 2003.
Herbert Hofmeister, Landesbericht Österreich, in: Peter A. Köhler, Hans F. Zacher (Hg.), Ein Jahrhundert Sozialversicherung. In der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Österreich und der Schweiz, Berlin 1981, S. 445 – 730.
Otto Staininger (Hg.), Ferdinand Hanusch. Ein Leben für den sozialen Aufstieg, Wien 1973.
Guenther Steiner, Johann Böhm in der österreichischen Sozialversicherung. Studie im Auftrag des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger, Wien 2012.
Emmerich Talos, Staatliche Sozialpolitik in Österreich. Rekonstruktion und Analyse, Wien 1981.


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