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Wählen ab 16...

...und was hier davon haltet.
ich hab mir ein paar gedanken dazu gemacht und möchte diese in einer pro - contra aufstellung zusammenfassen.

pro:
junge menschen sollten die möglichkeit erhalten ihre interessen zu vertreten
kontra:
dies erfordert jedoch eine gewisse vorbildung, sprich: die jugendlichen müssen politisch ausreichend aufgeklärt werden, dies ist sicher nicht einfach.

pro:
durch das wahlrecht ab 16 erhöht sich der kreis der potentiellen wähler, die politiker werden daher versuchen, stimmen aus diesem neuen wählerpool zu ergattern. sie werden sich somit stärker auf jugendspezifische themen konzentrieren müssen um wählerstimmen zu bekommen.
contra:
jugendliche sind oft leicht beeinflussbar und manipulierbar. ich bin mir sicher, es gäbe genug dumme jugendliche, die eine partei schon wählen würden, wenn diese z.b. den führerschein ab 16 einführen wollten.

pro:
zwangsweise würde auch in der schule das thema politik an bedeutung gewinnen, da eine gewisse pol. aufklärung von nöten wäre.
kontra:
vielen jugendlichen fehlt prinzipiell das interesse an der politik, warum sollte man so jemand ein wahlrecht geben. wobei man dies natürlich auch auf erwachsene anwenden könnte.

pro:
da das durchschnittliche wähleralter durch ein wahlrecht ab 16 sinken würde, würde dass sozusagen frischen wind in die politik bringen.
kontra: jugendliche sind anfällig für radikale gedanken, da grad im postpubertären alter oft revolutionäre/radikale gedanken aufkeimen.
dies bietet raum für extreme randparteien.


mein fazit:
ich persönlich durfte bei den wiener gemeinderatswahlen 05 schon wählen (war damals gerade 17 glaub ich). ich habe von diesem recht auch gebrauch gemacht.
doch mir ist damals sehr deutlich aufgefallen, dass es einfach zu viele gleichaltrige gab, die einfach zu unreif waren um eine solche entscheidung fällen zu können. ein klassenkollege von mir hat 06 z.b. das bzö nur gewählt, weil sie das tempolimit auf der autobahn erhöhen wollten.
andere leute wählen die kpö z.b. nur weil sie punk rock hören und linke vorbilder anhimmeln, in wahrheit jedoch keine ahnung vom kommunismus haben.
ich bin also 100% gegen ein wahlrecht für 16jährige, die geistige reife fehlt schlicht und ergreifend.

3 Kommentare


Ich möchte ein bisschen meine Meinung zu diesem Thema einbringen, da einerseits deine Meinung sehr spannend ist, aber auf der anderen Seite ich dir in mehreren Punkten widersprechen muss.

Die einzige Bedingung die ich an "Wählen mit 16" knüpfen würde, wäre die Einführung des Pflichgegenstands "Politische Bildung" ab der Sekundarstufe 2.

Fakt ist, dass bei allen Wahlen bei denen bisher 16- und 17-jährige wahlberechtigt waren, auch die Wahlbeteiligung der Jugendlichen größer war, als die der Erwachsenen.

Den Status der Volljährigkeit erlangt man von einem Tag auf den anderen. Das bedeutet nicht, dass man sich ab dem Zeitpunkt für Politik interessiert, dass man auf einmal "reif" ist zu wählen und es zeigt auch, dass sich die Erwachsenen nicht besser auskennen oder in manchen Fällen, dass sie sich überhaupt nicht auskennen.

Ich glaube viele Jugendliche beschäftigen sich mit tagesaktuellen Themen, können aber keine Verbindung zwischen diesen Themen und der Politik herstellen. Denn es ist für mich auch Politik, wenn sich Jugendliche dafür einsetzen, dass die Gemeinde/Stadt einen neuen Sportplatz baut, wenn sie Leserbriefe an Zeitungen schreiben um ihre Meinung kund zu tun, wenn sie versuchen sich für Mitmenschen einzusetzen und vieles mehr. Denn so ein Verhalten erlebe ich sehr oft von Jugendlichen.



Naja, ich finde dass genua dieses Reifealter aber der Punkt in diesem Gesetz ist, wo sich die Katze in den Schwanz beist. Volljährig bin ich dann, wenn ich voll zur Verantwortung gezogen werden kann per Gesetz. Das heißt ich zieh die vollen Konsiquenzen aus meinem Handeln und werde vor Gericht aus gleich behandelt wie ein Erwachsener.
Wenn nun ein Jugendlicher mit 16 wählen darf, dann heißt das, dass er die Reife und damit die Verantwortung besitzt in der Gesellschaft mitbestimmen zu dürfen, aber ironischer Weise ist er vor dem Gesetz einem Erwachsenen nicht gleichwertig.

Suma sumarum ist es für mich mehr ein Zugeständnis an die politikorientierten Jugendlichen, die auch Demos und andere Aktionen organisieren um diese "Freigeiste" ruhigzustellen. Zum anderen ist es auch eine Schönwetterpolitik, die uns von den eigentlich Problemen in diesem Land ablenkt. Das Gesetzt hat damals eine Diskussionswelle losgetreten, die extrem pratisch war um von anderen größeren Problemen im Staat abzulenken.



Ich bin der Meinung, dass Jugendliche mit 16 Jahren wahlberechtigt sein sollten, weil das Wahlalter nichts Unveränderbares ist. Die Auffassung ab wann Personen wahlberechtigt sein sollen unterliegt Schwankungen und Veränderungsprozessen. Eine Senkung des Mindestwahlalters wäre zeitgemäß und entspräche den heutigen Gegebenheiten.
Weitergehend könnte die Senkung des Mindestwahlalters die Annerkennungsgrad der staatlichen Institution unter den Jugendlichen steigen, da Jugendliche so dann auch die Möglichkeit hätten sich politisch zu engagieren und mitzuwirken.
Außerdem tragen die Jugendlichen die Konsequenzen der meist irreversiblen Entscheidungen der Erwachsenen zumal als Jugendliche die noch kein Wahlrecht besitzen als auch als Erwachsene mit Wahlrecht. Und das widerspricht dem eigentlichen Grundgedanken der Demokratie, der eigentlich aussagt, dass jene die von Regelungen betroffen sind, auch die Möglichkeit besäßen müssten mitzubestimmen.
Ich kann zwar verstehen, dass jemand der Meinung ist Jugendliche seien Manipulierbar und können sich von Leitpersonen, Vorbildern oder Eltern beeinflussen lassen, jedoch bin ich der Meinung sowas ist bei Erwachsenen auch nicht komplett auszuschließen und ist vielleicht auch nur ein Klischee.
Weit verbreitet unter den Gegnern der Wahlalterssenkung ist auch das Argument, dass Jugendliche aufgrund ihres Alters noch nicht über politische Kompetenz verfügen und es würde ihnen an politischen Basiswissen fehlen, da sie kein politisches Interesse haben und sich noch nicht mit Parteien, ihrem Wahlpogramm, dem Politischen System oder der Verfassung auseineandergesetzt haben. Ich möchte dazu aber sagen es aber auch viele Erwachsene gibt, die über ein sehr großes politisches Desinteresse und Inkompetenz vefügen und es aber auch viele wissensgierige Jugendliche gibt, die nur auf ihre Change warten sich politisch eingliedern zu können. Wenn die Mehrheit der Jugendlichen sich eingliedert, dann werden die anderen natürlich auch an politischem Interesse gewinnen und selbst teile des Basiswissens für sich erschließen. Aber was ich auch nochmal sagen will ist, dass meiner Meinung nach auch die heutige Politik versuchen sollte gerade diese Generation für sich zu gewinnen gerade, weil sie in den nächsten Jahrzehnten wohl am meisten politisch gefragt ist ,und warum da nicht mal mit der Wahlaltrssenkung die Jugendlichen ab 16 Jahren direkt ansprechen und aufmerksam machen, denn sie sind mehr oder weniger die Politik von morgen und da ist es die Aufgabe der Politik von heute diese Generation an die deutsche Politik heranzuführen.
Alles in allem bin ich der Meinung, Jugendliche ab 16 Jahren sollten ein Wahlrecht bekommen, da die Senkung zeitgemäß ist, das Interesse der Jugendlichen steigern wird, auch von Regelungen betroffen sind und es daher einfach fair ist wenn sie auch wählen dürfen, sich damit auch politisches Grundwissen mit aneignen werden und es besser ist sie frühstmöglich mit einzugliedern um die politische Zukunft zu sichern.


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